Tödlicher Siphon auf der Melezza

Frühlingshafte Temperaturen und mittlere Wasserstände lockten am Wochenende erstmals einige Paddler ins Piemont und Tessin. Dabei ereignete sich auf der Melezza-Standardstrecke ein tödlicher Unfall. Passt auf euch auf!

Tödlicher Siphon auf der Melezza
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Quelle: Biba/ Dominik Vogt

Neben der Verzasca ist die Melezza einer der Standardruns im Tessin. Neben der Centovalli- Schlucht kurz vor der Mündung in die Maggia, stellt der obere Abschnitt unterhalb Re wohl die meist befahrene Strecke der Melezza da. Grundgesteinspassagen wechseln sich mit Blockpassagen, dabei hat sich die Melezza tief ins Gestein geschnitten und eine tiefe Schlucht geformt. Ein traumhafter Klassiker der Region.Kurz nach dem Start in Re zur Standardstrecke an einer der ersten schwierigeren Blockpassagen ereignete sich am vergangenen Wochenende ein tödlicher Unfall, bei dem ein junger deutscher Kanute sein Leben gelassen hat. Unser Mitgefühl und herzlichstes Beileid gilt seinen Mitpaddlern und den Hinterbliebenen.In einer unübersichtlichen Kurve schiebt sich die Melezza hier erst unter der Strassenbrücke und dann unter der Eisenbahn hindurch. Das Gefälle ist eher mäßig, verstärkt sich jedoch zum Ende des Katarakts. Direkt unter Strassenbrücke verengt ein großer Block rechts die Durchfahrten. Dieser Block ist stark siphoniert. Die Bergungsarbeiten haben den Siphon eindeutiger und gefährlicher werden lassen. Zusätzlich ist mit Bergungsmaterial (s. Fotos) im Fluss zu rechnen. Foto links: Direkt unter der Doppelbrücke »Melezzo 3« direkt nach dem Ort Re befindet sich die Gefahrenstelle. Sie wurde inzwischen gekennzeichnet.

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Quelle: Biba/ Dominik Vogt

Die Stelle wurde inzwischen markiert. Aussteigen, Sichern und respektvoll Umtragen ist bei niedrigen Wasserständen möglich. Ein Check vor der Fahrt von der Autobrücke »Melezzo 3« ist möglich. Allerdings ist und wird diese Stelle nicht die einzige Unterspülung auf der Melezza bleiben. Flüsse verändern sich. Geschiebe öffnet und schließt Siphons. Zudem ist die Saison noch frisch und nicht jeder hat den Winter in Neuseeland oder Chile verbracht. Passt auf euch auf!

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Quelle: Biba/ Dominik Vogt

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Quelle: Biba/ Dominik Vogt

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Quelle: Biba/ Dominik Vogt

Text: 4-paddlers mit Material von Fauxi

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TrustedPaddler
Ausgebildeter Physiker, Redakteur, Herr über Tausend Zeilen Code auf 4-Paddlers.com und spätberufener zugereister Paddler aus Augsburg.

4 Kommentare

  1. Tödlicher Siphon auf der Melezza
    Gert Spilkervor 7 Jahren

    Eigentlich ist die Stelle doch ganz einfach links zu umfahren....wenn man rechtzeitig sieht dass das Loch unter dem Fels 3/4 des Flusses ansaugt.
    Oder ist die Route links vorbei irgendwie versperrt / Metall??!!

  2. no-avatar
    Handsomevor 7 Jahren

    Zunächst möchte ich mein Beileid den Angehörigen und Freunden des Verstorbenen aussprechen!
    Bei allem Respekt, aber ich sehe diesen Trend Stellen an denen sich mal ein Unfall ereignet hat zu markieren recht kritisch! Gefahrenstellen die neu entstehen (z.B. durch Bergrutsche oä) in einschlägigen Foren zu melden (z.B. hier) halte ich gegebenenfalls noch für sinnvoll. Im Endeffekt sollte jeder Paddler jedoch selbst fähig sein das Wildwasser auf das er sich begibt zu lesen und richtig einzuschätzen. Den Bach zu verunstalten halte ich jedoch nicht für den richtigen Weg!

  3. TrustedPaddler

    "Gegebenenfalls noch sinnvoll"?
    Wenn man abwägt ob Farbe aufm Stein oder Tote fällt die Entscheidung natürlich nicht leicht.
    Bei allem Respekt; so'n Gutmenschgelaber kotzt mich an!

  4. TrustedPaddler

    @Gert: der Siphon war zur Zeit des Unfalls wohl noch nicht so gut zu erkennen wie jetzt. Und Anfahrt ist halt von rechts und man muss rüberziehn. Steinig is auch. Wies genau war weiss ich auch nicht. Wahrscheinlich einfach Siphon nicht gesehn und dann ist was schief gegangen. Der Pole damals auf der Soca ist auch nur kurz ins Kehrwasser um kurz weiter zu schauen und wurd dann verschluckt. An einem siphonierten Fels neben dem viele, auch ich, damals sorglos im Kehrwasser standen. Manchmal ists halt einfach Pech. Falls bekannt, hätte er sich bestimmt über einen Hinweis über den Siphon gefreut. Hoffentlich bleiben solche Nachrichten für lange Zeit erstmal aus.

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